Montag, 20. Oktober 2003
Der Grazer Overground
Inständig hab ich gehofft ich käme in ein Land, in eine Stadt voller Lebendigkeit, Dynamik und Ausstrahlung. Und ich habe nicht umsonst gehofft.

Graz hat mich, hat uns, mich und meine Begleiter, mit offenen Armen empfangen, uns sogar nach einer halben Stunde einen Parkplatz spendiert. Unfassbar großzügig eben.

Kulinarisch quält Graz nicht mit trendigem Unsinn aus Fernost sondern verwöhnt Nase und Auge mit bodenständigem und handfestem und weiß auch den Gaumen zu bezaubern.

Wenn's dann dunkel wird offenbart sich erst, was bei Tageslicht nicht erkennbar gewesen ist: Graz ist anders. Genauergesagt wie Wien. Oder ist Wien Graz, weil es ja anders ist?

Nightlife deluxe mit schäbigen Buden, glänzenden Designercontainern und gut klingender Kellermusik.

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Freitag, 17. Oktober 2003
Reiselust - sexuelle Unlust - Frust
Wie unerschütterlich ich auch sein mag in meinen Grundfesten und meiner Überzeugung, dem Guten zu dienen - manchmal muss ich Ausnahmen machen. Da fröne ich den schwerenöterischen Genüssen gleichsam einer einsamen Sau, die den Lebenssinn in der Trüffelsuche gefunden hat.

Die einsame Sau mag mich begeistern, in fast allen Lebenslagen noch dazu. Sie weiß was sie will - Sie weiß wie sie es bekommt und sie scheisst (pardon) sich nichts um allfällige Eber oder Jungferkel, die ihre inbrünstige Liebe zum Dreck und zur Sorglosigkeit, zur hedonistischen Lebenskultur eben, nicht verstehen wollen und sie deshalb der Schweinerei und des ungeziemten Verhaltens bezichtigen.

Doch die Sau, die von Dreckloch zu Dreckloch eilt, um möglichst vor allen Anderen die besten, schönsten und saftigsten Trüffel zu ergattern hat keinen Sex. Nicht aufgrund ihrer fälschlicherweise falsch eingeschätzten Körpermaße. Die immerwährende Bewegung in der sie sich befindet sorgt beständig dafür, das angefressene überflüssige Fett schnell und rückstandfrei zu verbrennen. Gleichzeitig stärkt sie ihre Muskeln und sieht eigentlich - für schweinische Verhältnisse - ziemlich gut aus. Doch sie hat eben nur den Blick für das wesentliche. Jene Eber, die ihren zart-kräftigen Hintern bei der Futtersuche erblicken und sogleich versuchen mittels eines zärtlichen Rammstoßes mit ihren Vorderhauern die Sau zu beeindrucken, werden mit einem herzhaften Aushauer der beiden Hinterhufe davon überzeugt, Abstand zu nehmen.

So läuft sie, die arme Sau und weiß gar nicht mehr wieso.

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Guten Tag!
Herzlichen Guten Tag, liebe Leser, liebe Leserinnen!

Meine schöne Seite, meine abgöttisch verehrbare Seite wird dies nun. Ein Eckpfeiler der modernen Gesellschaft, undenkbar ohne sie zu leben, zu lieben und zu sterben. Kein gewöhnlicher Mist sondern Mist, der gewöhnlich sein möchte. Viel Lärm um Nichts, außer um mich.

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